Rezension zu „Dreams of Violets“: KI-Film zeigt Gewalt im Iran

Bevor wir darüber diskutieren, ob „Dreams of Violets“ als Film funktioniert, muss man unbedingt den Elefanten im Raum anerkennen. Ash Kooshas 74-minütiger Spielfilm feierte sein Debüt auf dem Tribeca Film Festival und markierte damit den ersten vollständig KI-generierten Spielfilm, der bei einem großen Festival zugelassen wurde. Bei einigen Zuschauern wird allein diese Tatsache ausreichen, um die Neugier zu wecken. Für andere könnte es ausreichen, um sofort Skepsis hervorzurufen.

Was „Dreams of Violets“ jedoch interessant macht, ist nicht nur die Art und Weise, wie es gemacht wurde, sondern auch der Grund, warum es gemacht wurde.

Vor dem Hintergrund der Proteste gegen die Regierung, die Ende letzten Jahres im Iran ausbrachen, versucht Kooshas Film die Angst, Trauer und Widerstandsfähigkeit der einfachen Bürger einzufangen, die unter politischer Gewalt leiden. Anstatt einer traditionellen Erzählung zu folgen, bewegt sich der Film zwischen miteinander verbundenen Geschichten: ein Chirurg, der bei der Behandlung eines Demonstranten mit den Behörden konfrontiert wird, ein junger Musiker, der in der Kunst nach Hoffnung sucht, eine alternde Frau, die über Erinnerungen an ein Leben nachdenkt, das einst in Freiheit gelebt wurde, und ein Junge im Rollstuhl, der Zeuge der Brutalität ist, die sich vor seinem Fenster abspielt.

Das Ergebnis fühlt sich oft weniger wie ein herkömmliches Merkmal an, sondern eher wie zusammengefügte Erinnerungsfragmente. Szenen entstehen und verschwinden, wenn sich die Wege der Charaktere kreuzen, ohne dass unbedingt eine klare Erzähllinie entsteht. Manchmal soll sich das Erlebnis anfühlen, als würde man einen Dokumentarfilm ansehen, obwohl es Emotionen hervorruft, die dem Durchblättern einer Postkartensammlung von einem traumatischen Moment in der Geschichte ähneln.

Seltsamerweise wird diese gebrochene Qualität zu einer der größten Stärken und letztendlichen Schwächen des Films.

Trauma kommt selten in ordentlichen Drei-Akt-Strukturen vor, und die künstliche Intelligenz hinter diesem Film trägt nicht viel dazu bei, das Trauma auf der Leinwand zu revolutionieren. Erinnerungen verschwimmen, Gesichter erscheinen und verschwinden schnell wie Vignetten ohne Motiv. Ob beabsichtigt oder nicht, die traumhafte Natur von KI-generierten Bewegtbildern spiegelt oft die emotionale Realität wider, anstatt tatsächliche Emotionen durch Schauspielerei oder historische Nachstellungen darzustellen. Allerdings möchte Koosha unbedingt, dass das Publikum weiß, dass die in diesem Film dargestellten Ereignisse auf wahren Begebenheiten beruhen.

Die Grenzen der aktuellen Technologie sind im Bereich der künstlichen Intelligenz nicht zu ignorieren. Charaktere bewegen sich häufig mit einer unnatürlichen Steifheit, während Koosha bei Nahaufnahmen von Wimpern und Tränen verweilt, um die Details zu verdeutlichen, die die KI angeblich gut erzeugen kann. Gesichtsausdrücke wirken oft eher allgemein gehalten als eingelebt, und häufige schnelle Schnitte lenken bestenfalls ab. Der Dialog, der größtenteils aus Kooshas eigenen Gesangsdarbietungen generiert und durch gängige KI-Tools modifiziert wurde, kann matschig und unzusammenhängend mit den Bildern auf dem Bildschirm klingen.

Wenn ein Film wie dieser die Zuschauer trotz seiner kurzen Laufzeit dazu auffordert, sich mit echtem menschlichen Leid auseinanderzusetzen, kann es schwierig sein, diese emotionale Trennung zu überwinden.

Die Gesichter in „Dreams of Violets“ wirken oft gespenstisch, fast schwebend zwischen Existenz und Verschwinden. Die Straßen von Teheran wirken gleichzeitig real und eingebildet, ein bisschen wie Spike Jonzes „Her“ ohne die Authentizität seiner Hauptfiguren. Anstatt die Realität mit dokumentarischer Präzision wiederzugeben, bewegt sich der Film in einem Grenzraum zwischen Erinnerung und Zeugnis.

Manchmal fühlt sich „Dreams of Violets“ wie ein offensichtliches politisches Statement an, aber es konzentriert seine Bemühungen auch wie ein experimentelles Kunstwerk, kombiniert mit einer schmutzigen Demonstration der neuesten technologischen Fortschritte im modernen Filmemachen. Diese konkurrierenden Identitäten erzeugen eine faszinierende Spannung, verhindern aber auch, dass der Film die gewünschte emotionale Tiefe erreicht. Die stärksten Momente kommen, wenn Koosha sich weniger auf das Spektakel als vielmehr auf die menschliche Erfahrung konzentriert, obwohl diese selten und offensichtlich nicht wirklich menschlich sind.

Am Ende war ich weniger daran interessiert, ob KI das traditionelle Filmemachen ersetzen sollte, als vielmehr daran, welche Möglichkeiten sie für Filmemacher schaffen könnte, die sonst bestimmte Geschichten überhaupt nicht erzählen könnten. Koosha möchte, dass das Publikum die Einschränkungen versteht, die viele Künstler daran hindern, staatliche Missbräuche im Iran offen darzustellen. Durch diese Linse betrachtet wird „Dreams of Violets“ weniger zu einer durch künstliche Intelligenz geschaffenen Neuheit, sondern vielmehr zu einem Versuch, die Zensur gänzlich zu umgehen.

Ich bin mir nur nicht sicher, ob das Publikum diesen Ansatz kurzfristig annehmen wird.

Als experimenteller und zeitgemäßer Film ist „Dreams of Violets“ ungleichmäßig, oft frustrierend und unbestreitbar fehlerhaft. Als Momentaufnahme des aktuellen Stands sowohl des Filmemachens als auch der KI-Technologie könnte es sich letztendlich als bedeutsamer erweisen als der Film selbst. Was nicht geleugnet werden kann, ist, dass er einen Eindruck hinterlässt, ob gut oder schlecht, und der Film verdient die Diskussion, die ihn zweifellos begleiten wird.

Zumindest bleibt „Dreams of Violets“ einer der ungewöhnlichsten und zum Nachdenken anregendsten Filme, die dieses Jahr bei Tribeca laufen.

Atmosphäre bei den Filmfestspielen von Cannes 2026

Credit Post By: Matthew Creith

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